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07386763n Die Physiker – wenn Gedanken gefährlich werdenEs ist wohl eines der wenigen Büchern, die viele von uns in der Schule gelesen haben und trotzdem nicht hassten. „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt ist in jüngeren Jahren sicherlich schon aufgrund des überschaubaren Umfangs eines der Werke gewesen, dass Schüler glücklich machte. Doch ein Buch sollte freilich nicht nach seiner Seitenzahl beurteilt werden. Vielmehr hat Dürrenmatt es geschafft in zwei Akten eine Geschichte zu erzählen, die zu seiner Zeit nicht nur visionär, sondern auch, wie man heute sieht, zeitlos war, bzw. ist. Was sich hier hinter den Türen eines Irrenhauses abspielt gereicht wohl jedem Maskenball zu aller Ehre. So wird der Trugschein der geistigen Umnachtung gepflegt, um ein Geheimnis zu wahren, dass die Welt an den Abgrund ihrer Existenz führen könnte. Dabei wird jedoch völlig vernachlässig, dass einmal gedachtes auch wieder gedacht wird und Geheimniskrämerei, oder das Verstecken vor der Wahrheit kein Ausweg aus diesem Dilemma ist. Vielmehr ist nur ein bewusstes und vor allem aktives Gegensteuern der Weg aus dieser problematischen Lage. So hat der Kernphysiker Möbius in seinem aufopferungsvollen, jedoch passiven Verhalten sicherlich die besten Absichten. Doch was nützt der gute Wille, wenn er das Unheil nicht aufhalten kann?

Dieses Buch veranschaulicht in einer grandiosen Form die Bürde des Fortschritts und die damit einhergehenden Verpflichtungen. Nicht alles Neue ist gut, deswegen kann man aber nicht darauf hoffen es wieder in der Versenkung zu begraben.



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