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Thorsten Karras

Grenzgang

22
Okt

Grenzgang“ />Stephan Thome, ein Debütant im Autorenstadl, führt uns mit seinem Erstlingswerk zu einem Grenzgang, sowohl physischer, als auch psychischer Natur. Die Handlung des Romans ist an sich schnell erklärt. Ein Fest in irgendeinem Kaff, das alle sieben Jahre stattfindet und die Bewohner zu überschwänglichen Feierlichkeiten ermuntert.<br /> <br class=“clear“ /></p> <p>Doch genau hier fängt der „Spaß“ erst so richtig an. Denn <a href=Grenzgang ist ein Buch, das so herrlich realistisch und fürchterlich frustrierend ist, wie nur das Leben sein kann. Die zwei Protagonisten Kerstin Werner und Thomas Weidman werden hier über insgesamt 28 Jahre verfolgt, im Territorium ihrer selbst, gestrandet und entmutigt am Strand des Lebens.

Sie ist eine geschiedene Frau, die ihre demenzkranke Mutter pflegt und deren letzte Hoffnung, der eigene Sohn ein pubertierender, renitenter Bengel keine Hilfe darstellt. Er ist ein gescheiterter Unilehrer, der nun den Schwanz eingezogen hat und am Gymnasium seiner Heimat lehrt. Kein Job zum verlieben. Beide sind sich schon einmal bei einem solchen Grenzgang näher gekommen, konnten sich seitdem jedoch nicht dazu durchringen, den Kokon der Müßigkeit zu verlassen, um noch einmal am Leben teilzuhaben.

Mit Grenzgang beschreibt Thome eine Welt, wie sie wohl viele kennen und doch niemand leben wollte. Wo Träume und Hoffnungen geplatzt sind und ersetzt wurden durch eine triste Realität.



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